Geldanlage Ratgeber

Hedgefonds hohe Renditen bei großem Risiko

Hedgefonds können inzwischen auf eine Geschichte von mehr als einem halben Jahrhundert zurückblicken. Als Initiator der Hedgefonds gilt Alfred Winslow Jones, der sich vor allem bei den Leerverkäufen von Aktien betätigte, der auch heute noch eines der markanten Kennzeichen der Anlagestrategie dieser speziellen Form von Fonds ist. Zeitweise gab es weltweit fast 9.000 verschiedene Hedgefonds.

Hedgefonds waren von den Auswirkungen der Finanzkrise besonders stark betroffen, aber das Anlegerinteresse ist immer noch groß, so dass von den Fondsgesellschaften weltweit ein Vermögen von mehr als einer Billion Dollar verwaltet wird. In Deutschland waren Hedgefonds bis 2004 nicht erlaubt. Seitdem findet sich die gesetzliche Grundlage im Investment-Modernisierungsgesetz. Deutsche Hedgefonds unterliegen der Aufsicht der BaFin. Aktuell geht der Trend in Richtung der Global-Macro-Strategie, bei der die Aktienmärkte genau wie die Rohstoffmärkte und Devisenmärkte mit einbezogen werden. Ein Hedgefonds bezieht seine Renditen aus der geschickten Kombination von langfristigen Postitionierungen mit Short Selling und der Aufnahme von Fremdkapital. Dadurch kann der Leverage-Effekt besonders gut ausgenutzt werden, der sich in Form eines Hebels präsentiert. Ein Hebel hat die Wirkung, dass sich die möglichen Gewinne aber auch die in Kauf zu nehmenden Verlustrisiken potenzieren.

Deshalb sind deutsche Hedgefonds beim Verkauf ihrer Produkte auch gesetzlich verpflichtet worden, einen Warnhinweis des Bundesministers für Finanzen in den Prospekten abzudrucken. Um sich diesen gesetzlichen Auflagen zu entziehen, arbeiten viele Hedgefonds "offshore". Das heißt, sie haben ihren rechtlichen Hauptsitz in Ländern, in denen sie steuerliche Vorteile und rechtlichen Freiraum ausnutzen können. Sie können auf Grund der breiten Fächerung der Risiko- und Anlageprofile verschiedene Zielgruppen bei den Anlegern bedienen. So sind beispielsweise Fondsgesellschaften am Markt aktiv, die sich auf Finanz-Derivate oder auf Arbitrage-Techniken bei der Anlage spezialisiert haben. Als Arbitrage werden die Anlagen bezeichnet, bei denen die auf dem globalen Markt vorhandenen Unterschiede bei den Preisen für identische Waren ausgenutzt werden. Dabei handelt es sich um Renditechancen, die einer zeitlichen Befristung unterliegen, da die Arbitrage-Geschäfte eine ausgleichende Wirkung auf die Preise haben. In den Hedgefonds werden dabei zum Beispiel die Differenzen zwischen den Zinsen für jederzeit kündbare Kredite und Geldanlagen ausgenutzt. Wie sich das individuelle Risiko und die Renditechancen gestalten, ist immer sehr stark von der Erfahrung der Fondsmanager abhängig.